WIR, DIE BASKETBALL FANSZENE DRESDEN

WER WIR SIND

Die Basketball Fanszene Dresden (BFD) ist ein Schulterschluss der einzelnen Fangruppen der Dresden Titans. Wir verstehen uns dabei nicht als Fanclub an sich, sondern als eine Dachorganisation, die den einzelnen Fanclubs und -gruppen sowohl eine interne Kommunikationsplattform bietet, als auch eine Interessenvertretung und einen Ansprechpartner gegenüber dem Verein und anderen Fanszenen darstellt.

WOHER WIR KOMMEN

Hochklassiger Basketball in Dresden im wiedervereinigten Deutschland war bis zum Jahr 2005 ein Wunschtraum, der erst durch die Gründung der Titans Wirklichkeit wurde. Mit dem Verein wuchs rasch eine begeisterte Fangemeinde, die mit dem Harten Kern (HK) ihre erste organisierte Fangruppe hervorbrachte. Diese Pioniere erhielten nur wenig später Unterstützung durch die Aktiven Titans Fans (ATF). Beide Gruppen prägen seither die Entwicklung der Fankultur im Dresdner Basketball. Der bisherige Gipfel dieser Entwicklung ist die Gründung der BFD, um die Fanlandschaft der Titans qualitativ und quantitativ weiterzuentwickeln.

Aus unserer Sicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich weitere Fangruppen gründen werden. Dies begrüßen und unterstützen wir ausdrücklich. Insgesamt wollen wir mit der BFD keinen abgekanzelten „Premium-Club“ schaffen, sondern eine Anlaufstelle für jeden Fan sein, der unsere Ideale einer aktiven Fankultur teilt. Wir verstehen uns deshalb auch als festen Bestandteil aller Fans und nicht als abgeschotteten Fremdkörper.

WAS WIR WOLLEN

Trotz des gemeinsamen Bezugspunktes, den Dresden Titans, unterscheiden wir uns in unserem Denken und Handeln von weitgehend passiven Zuschauern und anderen Vereinsanhängern. Wir sind aktive Fans. Für uns endet der Enthusiasmus für den Verein nicht mit dem Schlusspfiff eines Spiels, sondern geht weit darüber hinaus. In unserer Freizeit kreisen die Gedanken oftmals um den Verein, die Gestaltung der nächsten Aktion auf den Rängen und eine stetige Weiterentwicklung unserer Materialien. Selbst in der Sommerpause planen wir die Höhepunkte der kommenden Saison. Ein Spiel der Titans passiv zu konsumieren ist für viele von uns schlicht und ergreifend nicht möglich, da es unsere Leidenschaft für die Titans ist, die uns antreibt.

Unser Ziel ist es folglich, eine aktive Fankultur bei den Titans zu leben und dauerhaft zu etablieren! Darin sehen wir eine der wichtigsten Grundlagen für eine optimale Vereinsentwicklung und somit des Vereinswohls. Die von uns gelebte Fankultur zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

IDENTIFIKATION

Zu aller erst zählen wir dazu ein Höchstmaß an Identifikation mit dem Verein, seinem Namen, Farben und Symbolen. Eine solche emotionale Bindung kann nur unter der weitgehenden Beibehaltung dieser Elemente dauerhaft und zu beiderseitigem langfristigen Nutzen hergestellt und gefestigt werden.

KREATIVITÄT

Um diese besondere Art der Verbundenheit mit dem Verein auszudrücken, streben wir eine laute und kreative Fanlandschaft an. Die Unterstützung der Mannschaft am Spieltag erstreckt sich deshalb sowohl über akustische als auch optische Aktionen aus der Mitte der Fans heraus. Unser Anspruch ist es, diese so abwechslungsreich und unverwechselbar wie möglich zu gestalten und dabei viele Zuschauer mitzureißen. Insgesamt wollen wir das Publikum beleben und die Zuschauer dazu bewegen die Mannschaft auf dem Spielfeld aktiv anzufeuern. Dafür versuchen wir unser Repertoire stetig zu erweitern und anzupassen. Wir auf den Rängen müssen als Vorbild in Sachen Einsatz und Motivation für die Mannschaft dienen, um gemeinsam in jedem Spiel eine bestmögliche Leistung aus den Jungs herauszuholen!

FREIHEIT

Die unabdingbare Grundlage dafür ist eine in freier Selbstverwaltung organisierte Fankultur. Dazu zählen wir an erster Stelle den Fanblock als eigenverantwortlich gestalteten Freiraum, welcher das Herzstück der angestrebten Entwicklung ist. Dieses Ideal wird aktuell weitgehend erreicht und ist für uns keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Zeichen der guten Zusammenarbeit mit dem Verein und der Vereinsführung. Der Erhalt dieser Freiheiten, ohne die Leidenschaft erstickende, starre Regeln und Ketten, hat für uns oberste Priorität.

UNABHAENGIGKEIT

Freiheit ist ohne Unabhängigkeit nicht denkbar – egal ob in finanzieller oder materieller Hinsicht. Sie soll auch vom Verein sowie von Investoren und Sponsoren bestehen. Wir wollen uns nicht auf Vereinskosten aushalten lassen, sondern jeglichen Aufwand eigenständig, das heißt aus dem Herzen der Fangemeinschaft heraus, bewältigen.

VERANTWORTUNG

Wer Rechte hat, hat auch Pflichten. Getreu diesem Ausspruch sehen wir uns in der Verantwortung, das uns entgegengebrachte Vertrauen durch strikte Verhaltensregeln zu rechtfertigen. Wir distanzieren uns ausdrücklich von anderen Formen des Fandaseins, welche beispielsweise durch Gewaltbereitschaft sowie einem prinzipiellen Nonkonformismus geprägt sind. Wir lehnen jede Form von Gewalt, Diebstahl oder Vandalismus vor, während und nach einem Spiel ab! Wir treten anderen Mannschaften und
Fangruppen im Rahmen einer gesunden sportlichen Rivalität stets fair gegenüber.

FAIRNESS

Unsere Unterstützung folgt daher dem Grundsatz: Konstruktiv statt Destruktiv! Das bedeutet, dass wir uns auf die Unterstützung der Mannschaft konzentrieren, anstatt andere zu beleidigen, zu verhöhnen oder zu diffamieren. Fanmaterial mit einem offensichtlich beleidigenden oder herabwürdigenden Inhalt wird man in unserem Block nie zu sehen bekommen. Wie auf dem Spielfeld wollen wir auch auf den Rängen einen fairen Schlagabtausch erreichen. Unsere selbstgeschaffenen Regeln spielen für uns eine zentrale Rolle. Sie werden innerhalb der Gruppe geachtet und durchgesetzt. Dabei versuchen wir auch jüngeren und impulsiveren Mitgliedern diese Grundlagen von vorn herein nahezubringen.

VERNETZUNG

Zudem sind wir bestrebt über unseren Tellerrand hinaus zu blicken. Deshalb soll die BFD als Plattform der Vernetzung unter den Fans dienen. Jeder Titansfan soll durch die BFD zur Sprache kommen und seine Meinungen, Ideen und Beiträge zur Gestaltung der Fanszene beitragen. Die Vernetzung soll aber keineswegs an den Grenzen der Stadt enden, sondern darüber hinaus überregional unser Ziel sein. Wir wollen mit möglichst vielen basketballbegeisterten Gruppen und Personen aus ganz Deutschland in Kontakt treten und uns über verschiedene Problematiken austauschen, um so die in der ganzen Republik verbreitete Auffassung von aktivem Fandasein zu stärken.

WIE WIR HANDELN

Um unsere selbst Ziele zu erreichen, stecken wir jede Menge Zeit, Geld und Herzblut in unsere Aktivitäten. So gestalten wir prinzipiell unsere Materialien selber, dazu zählen Fahnen, Banner und Spruchbänder aber auch T-Shirts, Schals und Aufkleber. Ständig versuchen wir auch unser bestehendes Liedgut zu üben und neue Trommelrhythmen zu entwickeln, um neue akustische Reize in der Halle zu erschaffen. Nicht zu vernachlässigen ist auch der Aufwand, der in die Planung von Auswärtsfahrten investiert wird, sei es dabei die Routenplanung, Kostenberechnung oder Unterbringung der Mitfahrer.

Da eine gute Zusammenarbeit und interne Absprachen wichtig für das Erreichen eines Zieles sind, legen wir Wert auf einen hohen Organisationsgrad. Dafür reflektieren wir all unsere Handlungen bei regelmäßigen Stammtischen und Gruppenveranstaltungen und versuchen aus gemachten Fehlern zu lernen. Auch gut funktionierende Prozesse und Abläufe werden ständig überprüft und weiter verbessert. So sind mittlerweile einige Aufgaben rund um das Spieltagsgeschehen in unsere Obhut übergegangen. Unsere gute Zusammenarbeit beweist sich dann durch die komplexe Planung und Durchführung teils sehr aufwändiger Choreografien und Aktionen.

Wir wissen natürlich, dass es verschiedene Stile zur Unterstützung einer Mannschaft gibt. Deshalb haben wir uns entschlossen eine Mischform aus dem italienischen und dem englischen Typus zu praktizieren. Während der englische Stil dabei vor allem kurze, laute und spielbezogene Schlachtrufe unter Einbeziehung aller Zuschauer sehr sprunghaft
zum Besten gibt, bedient sich das italienische Pendant langer, melodischer und emotionsgeladener Gesänge, welche spielunabhängig von einer kleinen Gruppe als Zugpferd intoniert werden. Der südländische Stil gilt dabei als Vorbild in Sachen Einsatz und Willenskraft für die unterstützte Mannschaft, auch bei kurzfristig ausbleibendem Spielerfolg. Das Entwickeln eines Gefühls für die passende Situation ist nicht einfach, trotzdem streben wir diese Mischform an, um allen Situationen eines Spiels gerecht werden zu können.

Beschluss der Fangruppen Harter Kern und Aktive Titans Fans als Begründer der Basketballfanszene Dresden im August 2013